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Satzung - Dorf der Glasmanufakturen

Das Erzgebirge ist weltbekannt für seine Holzkunst. Schon seit Jahrhunderten werden Nussknacker, traditionelle Glaskunst Glasschmelze Glas Räuchermännchen, Schwibbogen und vieles mehr aus Holz gefertigt. Nur die wenigsten wissen, dass auch die Glasherstellung und -veredelung eine lange Tradition im Erzgebirge hat. Bereits im 13. Jahrhundert entstanden Glashütten, weil die Rohstoffe Holz und Quarz hier reichlich vorhanden waren. Den Standort wählte man vorwiegend im Quellgebiet eines Baches auf ebenem Terrain. Man benötigte meist 3 Öfen für die Glasherstellung. Im sog. Werkofen wurden die Gläser geblasen, im Kühlofen wurden die Glasgegenstände einer Temperatur von 480°C ausgesetzt, um Restspannungen abzubauen und mit dem dritten Ofen wurde der Quarz aufbereitet.

Um 1kg Glas herzustellen, benötigte man 2.400kg Holz. Den größten Anteil an diesem Holzbedarf (immerhin 97%), verschlang die Herstellung von Pottasche. Diese wird durch äschern von zumeist Buchenholz gewonnen und dient als Flussmittel für die Glasschmelze. Die restlichen 3% (aber immerhin noch 72kg) wurden zur Wärmeerzeugung in den Glasöfen benötigt.

In den Glashütten des Erzgebirges waren auch schon das Gravurhandwerk und der Glassschliff beheimatet. Dieses alte Handwerk entstand im 3. Jhd. nach Christus. Es gelangte 1588 an den Hof des deutschen Kaisers nach Prag und verbreitete sich von dort aus über ganz Deutschland.

Zeugnisse der Gravurkunst früherer erzgebirgischer Meister findet man heute im Museum für Kunsthandwerk im Schloss Pillnitz bei Dresden. Die dort ausgestellten gravierten Gläser stammen aus der Heidelbacher Glashütte bei Seiffen. Die Heidelbacher Graveure haben auch in der Dresdner Hütte gearbeitet, wo sie Gläser für Glasblasenden Sächsischen Hof von „August des Starken“ fertigten.

Auch in der unmittelbaren Umgebung von Satzung, findet man noch heute Glasgegenstände aus dieser Zeit vor. So ist beispielsweise in der Rübenauer Kirche ein prachtvoller Hängeleuter zu bewundern, welcher aus der Rübenauer Glashütte, die von 1696 bis 1714 in Betrieb war, stammt.

Im Laufe der Zeit wurde durch den Betrieb von Bergbau und Glashütten der einst im Überfluss vorhandene Rohstoff Holz immer knapper und damit immer teurer. Viele Glashütten mussten im 18. und 19. Jahrhundert ihre Produktion einstellen. Die hochqualifizierten Glasmeister wanderten in das benachbarte Böhmen ab, dass damals von der „K&K-Monarchie Österreich-Ungarn“ regiert wurde.

Nach Ende des 2. Weltkrieges wurden im Jahre 1946 durch die Tschechischslowakische Republik fast alle Deutschen (ca. 3,5 Mio. Menschen) in Böhmen enteignet und vertrieben. Dadurch kam die hohe Kunst des Glasschleifens in das Erzgebirge zurück. Anknüpfend an alte Traditionen sind heute 4 Glasschleifer-Manufakturen in Satzung tätig. Diese Vielzahl ist nahezu einmalig im Erzgebirge.

In den Schauwerkstätten können Sie den Glasgraveuren bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen und das einzigartige Sortiment bestaunen und auch käuflich erwerben.

zur Webseite von Glasgraveur R.C.Hofmann

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